Kroatien, Serbien & Bulgarien - Nachhaltige Mobilität für Südosteuropa (Verbundprojekt)
28.09.2026–30.06.2027
Auf in Neue Märkte! Das BMWE-Markterschließungsprogramm (MEP) unterstützt deutsche KMU bei der gezielten Erschließung der Absatzmärkte Südosteuropas (Kroatien, Serbien & Bulgarien) in den Bereichen nachhaltige Mobilität, Ladeinfrastruktur & Energiespeicherung.
Die Teilnahme am MEP-Verbundprojekt "Nachhaltige Mobilität für Südosteuropa" ermöglicht Ihnen die gezielte Bearbeitung dieser Wachstumsmärkte, die in den letzten Jahren einen rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien verzeichneten und großen Technologiebedarf für systemische Ladelösungen aufweisen.
Eine Anmeldung - eine Vielzahl von Maßnahmen
Entgegen anderer Projekte zur Auslandsmarkterschließung werden in dem Verbundprojekt mehrere Märkte hintereinander bearbeitet. Dies schafft Synergien für alle Beteiligten, in der Informationsbeschaffung, der geografischen Abdeckung sowie der Identifizierung von (ggf. länderübergreifenden) Vertriebs- & Projektpartnerschaften.
Konkret bietet Ihnen das Verbundprojekt einen Mehrwert mit den folgenden Maßnahmen:
- Zielmarktanalysen: ermöglichen einen vertiefter Einblick in die Zielmärkte (zum Ausbau der erneuerbaren Energien, dem Roll-out der Elektromobilität, rechtlichen Bedingungen und vorhandenen Marktakteuren). Teil dieses Verbundprojektes ist eine individuell auf das Portfolio Ihres Unternehmens angepasste Analyse, mit dieser erhalten Sie einen Informationsvorsprung und Wettbewerbsvorteil gegenüber Ihren Widersachern.
- Die Geschäftsanbahnungsreisen in alle drei Zielmärkte umfassen folgendes:
- Briefing zum Zielmarkt mit der AHK und weiteren Marktexperten
- Unternehmenspräsentation auf Fachkonferenzen in Serbien, Kroatien & Bulgarien
- Individuelle Gesprächstermine im Laufe der Woche, die von den Auslandshandelskammern organisiert und begleitet werden
- Delegationsbesuch nach Deutschland: Während einer Informationsreise nach Deutschland erhalten 15-20 Teilnehmer aus den drei Zielmärkten die Möglichkeit, die deutschen Lösungen in der Praxis zu erleben. Die beteiligten Deutschen Unternehmen werden dabei am Stammsitz besucht, alternativ ist die Präsentation eines Referenzprojektes möglich. Zuvor hergestellte Kontakte können auf diese Weise ausgebaut und Kooperationsprojekte identifiziert werden.
Die Anmeldefrist ist der 28. August 2026.
Terminübersicht (vorläufig)
- 28.09.2026 Auftaktmeeting & Informationsveranstaltung in Frankfurt am Main (Vorstellung des Markterschließungsprogrammes, Kurzpräsentationen zu den Zielmärkten, Austausch mit Experten des Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V., der Geschäftsstelle Markterschließung des BMWK sowie dem BAFA, Klärung des Projektzeitplans & Netzwerken).
- 02.-06.11.2026 - Geschäftsanbahnungsreise Serbien (Fachkonferenz am 03.11.2026 in Belgrad)
- 22.-25.02.2027 - Geschäftsanbahnungsreise Kroatien (Fachkonferenz am 23.02.2027 in Zagreb)
- 19.-23.04.2027 - Geschäftsanbahnungsreise Bulgarien (Fachkonferenz am 20.04.2027 in Sofia)
- Delegationsbesuch aus Südosteuropa 10.-14.05.2027 (Reiseorte abhängig von den dt. Teilnehmern)
Zielgruppe deutsche Unternehmen
Unternehmen, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben, sind herzlich zur Teilnahme am Verbundprojekt eingeladen. Insbesondere Produkte, Technologien und Dienstleistungen aus folgenden Bereichen sind für den Zielmarkt relevant:
- Ladestationen (AC / DC / HPC)
- Batteriespeicher für die Netzstabilisierung
- Energietechnik (Übertragungs- & Verteilnetz, Smart Grid)
- Software für Betrieb & Abrechnung
- Oberleitungs- oder Induktionsladesysteme
- Betrieb von Ladestationen & -parks
- Public-Private-Partnerships (PPP) im Infrastrukturbereich
- Projektentwicklung / EPC
- Ausbildung / Schulung
- Netzausbau
Fachpublikum im Ausland
Im Zielmarkt vermittelt die AHK Ihnen wichtige Kontakte für eine erfolgreiche Markterschließung. Dazu gehören insbesondere die individuellen Geschäftskontakte, die Sie in den begleiteten B2B-Gesprächen kennenlernen können. Darüber hinaus werden Kontakte aus folgenden Bereichen zur Fachkonferenz eingeladen sein:
- ÖPNV-Betreiber (insb. in den Großstädten)
- Tankstellen- & Raststättenbetreiber
- Projektentwickler, Ingenieurbüros
- Flottenbetreiber & Logistik- & Industrieunternehmen
- TSOs/DSOs
- Energieversorger
- Real-Estate/Immobilienmanagement
Kurzübersicht Elektromobilität in Südosteuropa
In Kroatien befinden sich 2293 Ladepunkte, in Serbien 207 und in Bulgarien 432 (Quelle www.goingelectric.de, Stand 06.05.2026).
- In Kroatien sind vor allem der Norden und die Region um die Hauptstadt Zagreb gut mit Ladestationen versorgt. Diese befinden sich hauptsächlich entlang der Hauptverkehrsachsen und rund um größere Städte. Weniger dicht ist das Netz im Osten und in einigen südlichen Regionen des Landes. Das Netz wird weiter ausgebaut.
- Die vorhandenen Ladepunkte in Bulgarien konzentrieren sich vor allem auf die Hauptstadtregion Sofia sowie auf größere Städte und Urlaubsregionen wie Plovdiv, Varna, Burgas oder Ruse. Mit EU‑Unterstützung und nationalen Programmen sollen in den nächsten Jahren bis zu rund 10.000 Ladepunkte entstehen, sodass das Netz schrittweise dichter und auch außerhalb der Städte zuverlässiger wird.
- In Serbien gibt es weniger Ladestationen als in den Nachbarländern, diese sind geografisch auf die Großstädte Belgrad und Niš begrenzt. Der Ausbau erfolgt entlang wichtiger Verkehrsachsen und Knotenpunkten wie Einkaufszentren, Tankstellen und Hotels.
Erneuerbare Energien & Elektromobilität in Südosteuropa
Bulgarien
Nachhaltige Mobilität gewinnt in Bulgarien insbesondere im urbanen Raum an Bedeutung. Der Verkehrssektor zählt zu den Hauptverursachern von CO₂-Emissionen, weshalb staatliche und europäische Förderprogramme den Übergang zu emissionsärmeren Verkehrslösungen unterstützen. Der Fokus liegt auf der Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs, etwa durch den Einsatz von Elektro- und Hybridbussen in Städten wie Sofia, Plowdiw und Warna. Parallel dazu steigt die Zahl elektrisch betriebener Pkw, bleibt jedoch im EU-Vergleich auf niedrigem Niveau. Zentrale Herausforderungen beste-hen weiterhin in der begrenzten Finanzierung, der veralteten Verkehrsinfrastruktur sowie in der eingeschränkten Kaufkraft privater Haushalte. Energiespeicher sind ein zentraler Faktor für die Stabilität des bulgarischen Energiesystems. Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien, insbesondere aus Solar- und Windkraft, wächst der Bedarf an flexiblen Speicherlösungen zur Netzstabilisierung. Neben Batteriespeichern gewinnen Pumpspeicherkraftwerke zunehmend an Bedeutung, da Bulgarien hierfür günstige geografische Voraussetzungen bietet. Investitionen in diesen Bereich stärken die Versorgungssicherheit und eröffnen zugleich wirtschaftliche Perspektiven für Energieversorger, Bauwirtschaft und Technologieanbieter.
Der Ausbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur entlang der Transitautobahnen ist für Bulgarien von hoher wirtschaftlicher Relevanz. Als Schnittstelle zwischen Europa, dem Nahen Osten und Asien kommt den transkontinentalen Verkehrsachsen eine zentrale Rolle für Logistik, Handel und Tourismus zu. Die verkehrsgeografische Bedeutung Bulgariens konzentriert sich auf die paneuropäischen Verkehrskorridore IV, VIII, IX und X, die das Land in das transeuropäische Verkehrsnetz integrieren. Von besonderer Bedeutung ist der Ost–West-Korridor Kalotina – Sofia – Kapitan Andreevo, der funktional die Korridore X und IV verbindet und Europa mit der Türkei und Asien verknüpft. Entlang dieser hochfrequentierten Achsen ist die Ladeinfrastruktur vergleichsweise gut entwickelt. Die Hauptautobahnen sind überwiegend mit DC-Schnell- und Ultraschnellladestationen (50–150 kW und mehr) ausgestattet, die kurze Ladezeiten und hohe Umschlagsraten ermöglichen. Ergänzend kommen AC-Ladestationen (11–22 kW) an Raststätten, Logistikstandorten und urbanen Knotenpunkten zum Einsatz. Abseits dieser Hauptachsen bleibt das Ladenetz in ländlichen Regionen jedoch fragmentiert und für private Investoren weniger attraktiv.
Der bulgarische Energiemix ist traditionell von Kohle und Kernenergie geprägt. Bis 2025 ist eine schrittweise Diversifizierung vorgesehen. Während die Kernenergie weiterhin eine tragende Rolle einnimmt, wächst der Anteil erneuerbarer Energien, insbesondere der Photovoltaik. Gleichzeitig steht Bulgarien unter zunehmendem EU-weiten Druck, den CO₂-Ausstoß zu senken und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Der Umbau des Energiemixes stellt eine wirtschaftliche Herausforderung dar, eröffnet jedoch langfristige Chancen für nachhaltiges Wachstum und eine höhe-re Energieunabhängigkeit.
Kroatien
Kroatien befindet sich seit einigen Jahren in einem Transformationsprozess hin zu einer klimafreundlichen, modernen und nachhaltigen Mobilität. Das betrifft vor allem den Ausbau der Elektromobilität, die Modernisierung des öffentlichen Verkehrs, erneuerbare Energien und Energiespeichertechnologien. Das Land investiert verstärkt in den Ausbau von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Aktuell gibt es 2.108 Ladepunkte an 734 Standorten, verteilt über Städte, Autobahnen und touristische Gebiete wie Inseln und Küstenorte. Insgesamt verfügt Kroatien derzeit über eine öffentliche Ladeleistung von rund 20 MW für Elektrofahrzeuge. Die EU‑Vorgaben erfordern massiven Ausbau: Mit Inkrafttreten der EU‑Verordnung AFIR muss Kroatien bis 2030 zusätzlich 100–150 MW an Ladeleistung installieren, seine Ladepunkte entlang der TEN‑V‑Korridore weiter verdichten und leistungsfähige Netzanbindungen für Pkw und später auch Lkw bereitstellen. Das bedeutet: Das Land muss seine bestehende Ladeleistung mindestens verfünf- bis versiebenfachen, um die EU‑Vorgaben zu erfüllen. Zentrale Schwachstelle ist die bestehende Netzkapazität: Hier stehen massive Investitionen in leistungsfähige Stromnetze und Energiespeichertechnologien an (siehe Punkt Energie). Der Investitionszyklus in den Ausbau der Ladeleistung bis 2030 wird auf mind. 200 Millionen Euro beziffert. Für die Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs stellt Kroatien 50 Mio. Euro für den Aufbau von mindestens 150 Ladepunkten für Elektrobusse bereit. Die Stadt Zagreb plant zudem die Anschaffung von Elektro- und Wasserstoffbussen als Teil einer langfristigen Modernisierungsstrategie des ÖPNV. Die Europäische Investitionsbank unterstützt Kroatien stark bei nachhaltiger Verkehrsinfrastruktur: 400 Mio. Euro Kredit für die Modernisierung der Bahninfrastruktur, Teil eines 900-Millionen-Euro-Pakets – bis-lang die größte EIB-Finanzierung in Kroatien. Zusätzlich flossen 207 Mio. Euro an die Stadt Zagreb für nachhaltige Stadtmobilität, erneuerbare Energien und öffentlichen Verkehr. Aus den EU-Kohäsions- und Strukturfonds stehen Kroatien rund 200 Mio. Euro für die nachhaltige intermodale städtische Mobilität zur Verfügung. Aus dem Wiederaufbauprogramm der EU können weitere 728 Mio. Euro zur Schaffung eines nachhaltiges Verkehrssystem abgerufen werden.
Energie, Speichertechnologien & Wasserstoff als Zukunftstreiber
Kroatien setzt stark auf erneuerbare Energien – ein essenzieller Faktor für nachhaltige Mobilität.
Dank seiner Wasserkraft-Kapazitäten liegt das Land mit einem Anteil von 53,3% erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch an fünfter Stelle innerhalb der EU (EU-27: 37,5%). Dieser Anteil soll bis 2030 auf 76,7% aus-gebaut werden. Im Strommix sollen Wind, Solar und Geothermie eine stärkere Rolle spielen und neue Anlagen mit einer Kapazität von 2.500 MW ans Netz gehen.
Bis 2030 sind daher Investitionen in die Stromerzeugung von 5 Mrd. Euro und in die Stromübertragung und -verteilung von 2,7 Mrd. Euro geplant. Mittelfristig will Kroatien weitere Gas- und Ölfelder erschließen. Die LNG-Kapazitäten wurden kürzlich mehr als verdoppelt. Wasserstoff soll langfristig als Speicher überschüssiger Energie (aus PV oder Windkraft) eingesetzt werden und zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors und der Industrie beitragen.
Energiespeichertechnologien stehen im Fokus: Neben dem Ausbau von Pumpspeicherkraftwerken seitens des staatlichen Energiekonzerns HEP plant Kroatien bis 2030 Batteriespeicherkraftwerke mit einer Kapazität von 100 MW zu erbauen, bis 2050 sollen es 400 MW sein. Das erste kroatische Speichersystem mit einer Leistung von 60 MW und einem Kapazitätsvolumen vom 20 MWh wird aktuell durch die Unternehmen IE-Energy aus Rijeka und den slowenischen Marktführer NGEN in der Küstenstadt Šibenik entwickelt. Das Projekt mit einem Gesamtwert von rund 60 Mio. Euro ist der erste Schritt zur Entwicklung eines virtuellen Netzwerks intelligenter Speicher, das Erzeuger und Verbraucher erneuerbarer Energie verbindet. Laut Wirtschaftsministerium soll das Projekt bis Ende 2026 vollständig abgeschlossen sein.
Im Zuge wachsender Erzeugungskapazitäten aus wetterabhängigen, erneuerbaren Energien wird der Bedarf solcher ausgleichenden Speicherlösungen weiter steigen.
Aus den EU-Struktur- und Kohäsionsfonds stehen Kroatien u.a. für die Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien; Investitionen in Geothermie, Wasserstoff, Energiespeicherung und Smart Grids 2,08 Mrd. Euro bereit. Bis 2030 kann Kroatien auf Fördermittel von mehr als 1 Mrd. Euro für die Erreichung seiner Klimaziele aus dem Modernisierungsfonds zugreifen.
Serbien
Auch Serbien befindet sich in einer frühen, aber zunehmend dynamischen Phase der Transformation hin zu nachhaltiger Mobilität. Obwohl zentrale Indikatoren wie der Anteil von Elektrofahrzeugen oder die Qualität des öffentlichen Verkehrs bislang auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau liegen, zeigen sich deutliche Entwicklungsimpulse. Diese werden insbesondere durch private Investitionen, europäische Einflüsse sowie durch die Rolle Serbiens als potenzieller Rohstofflieferant für die Elektromobilität getragen. Gleichzeitig ist der Transformationsprozess von strukturellen, politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen geprägt, etwa im Bereich der Infrastruktur, der regulatorischen Rahmenbedingungen und der sozialen Akzeptanz.
Der Trend zur Elektromobilität eröffnet Serbien wirtschaftliche Chancen, insbesondere aufgrund bereits vorhandener industrieller Strukturen. Mehrere internationale Automobilzulieferer, darunter auch deutsche Unternehmen, haben Produktionsstätten sowie Forschungs- und Entwicklungszentren im Land aufgebaut. Dies stärkt die technologische Basis und positioniert Serbien zunehmend als relevanten Standort innerhalb europäischer Wertschöpfungsketten. Ein zusätzlicher strategischer Faktor sind die umfangreichen geologischen Ressourcen des Landes. Vor allem das Lithiumvorkommen im Jadar-Tal, das einen erheblichen Anteil der europäischen Reserven ausmacht, verleiht Serbien eine potenziell zentrale Rolle für die Batterieproduktion. Auch ohne EU-Mitgliedschaft ist die serbische Mobilitätspolitik stark vom Europäischen Grünen Deal geprägt. Im Rahmen des Beitrittsprozesses ist Serbien verpflichtet, große Teile des europäischen Klima-, Energie- und Verkehrsrechts schrittweise zu übernehmen. Die Förderung nachhaltiger Mobilität erfolgt dabei vor allem über EU-Finanzierungsinstrumente wie das IPA-III-Programm. Für den Zeitraum 2025 bis 2027 wurde ein Finanzierungsabkommen mit einem Volumen von rund 219,9 Millionen Euro geschlossen, das unter anderem Projekte in den Bereichen Infrastruktur, Energie und Umwelt unterstützt. Ergänzend fördern grenzüberschreitende Programme regionale Mobilitätsinitiativen und nachhaltige Entwicklung.
Seit 2020 existiert in Serbien ein staatliches Förderprogramm für emissionsarme Fahrzeuge. In den vergangenen Jahren wurden mehrere tausend Elektro- und Hybridfahrzeuge bezuschusst, wobei seit 2024 ausschließlich reine Elektrofahrzeuge förderfähig sind. Die Zuschüsse reichten je nach Fahrzeugtyp bis zu 5.000 Euro für Elektroautos und Transporter. Für das Jahr 2025 stellte der Staat ein Budget von rund 1,5 Millionen Euro bereit, das jedoch bereits im August vollständig ausgeschöpft war. Die begrenzte und kurzfristige Ausgestaltung der Fördermittel erschwert jedoch eine langfristige Planungssicherheit.
Parallel zu den staatlichen Anreizen schreitet die Elektrifizierung einzelner Fahrzeugflotten voran. Internationale Unternehmen planen, Serbien stärker in die Produktion von Elektrofahrzeugen einzubinden, während staatliche Akteure, wie die serbische Post, ihre Lieferflotten schrittweise elektrifizieren. Auch im öffentlichen Personennahverkehr sind erste größere Investitionen vorgesehen, insbesondere im Zusammenhang mit der Weltausstellung Expo 2027 in Belgrad, für die eine umfangreiche Elektrobusflotte angeschafft werden soll. Diese Fahrzeuge sollen nach der Expo dauerhaft in den städtischen Verkehr integriert werden.
Die Entwicklung der Elektromobilität ist eng mit dem Zustand des Energie- und Infrastruktursektors verknüpft. In Serbien stellen Netzüberlastungen und unzureichende Speicherkapazitäten wachsende Herausforderungen dar, da der Ausbau erneuerbarer Energien schneller voranschreitet als die Modernisierung der Netzinfrastruktur. Dennoch verfügt das Land über erhebliches Potenzial in der Batterie- und Energiespeicherindustrie. Investitionen internationaler Akteure in den Aufbau einer Batterieproduktion unterstreichen diese Perspektive und stärken Serbiens Rolle innerhalb der europäischen Batterie-Wertschöpfungskette.
Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ist bislang nur begrenzt entwickelt. Landesweit existiert eine vergleichsweise geringe Zahl öffentlicher Ladepunkte, die sich überwiegend auf den Großraum Belgrad konzentrieren. Der Ausbau wird derzeit hauptsächlich vom privaten Sektor getragen, insbesondere entlang von Autobahnkorridoren. Staatliche Steuerung und Standardisierung spielen bislang eine untergeordnete Rolle.
Insgesamt zeigt sich, dass Serbien über günstige Voraussetzungen für eine beschleunigte Entwicklung nachhaltiger Mobilität verfügt, insbesondere durch industrielle Kompetenzen, Rohstoffvorkommen und europäische Anbindung. Gleichzeitig bestehen erhebliche Defizite in der strategischen Planung, der Infrastrukturentwicklung und der regulatorischen Kohärenz. Netzwerke aus öffentlichen Institutionen, Unternehmen, Energieversorgern sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen bilden eine wichtige Grundlage, um zukünftige Projekte umzusetzen und den Transformationsprozess langfristig zu stabilisieren.
Links zur Anmeldung, Unterstützung & Vorbereitung
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