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Dezentrale Energielösungen bieten Chancen für Puerto Rico und die Bahamas

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12. Oktober 2017, Frankfurt am Main

Kategorie: Erneuerbare Energien, USA

Nachdem im September 2017 mit „Irma“ und „Maria“ zwei mächtige Hurrikans die Karibikregion heimgesucht und vielerorts schwere Schäden angerichtet haben, herrscht in Puerto Rico nach wie vor der Ausnahmezustand. Die Versorgungslage ist schlecht, die Infrastruktur weitreichend zerstört und ein großer Teil der Bevölkerung lebt derzeit ohne Strom. Auf den Bahamas wurden viele Menschen vorsorglich evakuiert und auf den meistbetroffenen Inseln, wie z. B. auf „Ragged Island“, wird der Wiederaufbau noch lange dauern. In Anbetracht der kritischen Lage, in der sich die betroffenen Gebiete auch Wochen nach dem Sturm noch befinden, steht eine zentrale Frage im Raum: Wie geht es nun weiter?

Die Informationsveranstaltung zu Puerto Rico und den Bahamas, die am 12. Oktober in der Station Lounge in Frankfurt am Main durchgeführt wurde und im Rahmen der Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie stattfand, widmete sich dieser und weiteren aktuellen Fragen. Dabei standen die erneuerbaren Energien als Lösung für eine dezentrale Versorgung der Regionen im Fokus der Konferenz.

Mit einem wirtschaftlichen Marktüberblick führte Frau Yasmina Sassi, die stellvertretend für die AHK USA-Süd vor Ort war, die teilnehmenden Unternehmen in die Region ein und stellte u. a. die hohen durchschnittlichen Strompreise heraus. In Puerto Rico liegen diese mit 20,06 US-Cent/kWh (private Haushalte) und 22,13 US-Cent/kWh (komm. Sektor) weit über dem US-Durchschnitt (12,70 US-Cent/kWh bzw. 10,40 US-Cent/kWh), werden jedoch von den Preisen auf den Bahamas noch deutlich übertroffen (31,60 US-Cent/kWh bzw. 37,40 US-Cent/kWh). Vor diesem Hintergrund bestehen für nachhaltige Lösungen Chancen auf beiden Märkten, gerade auch, weil eine starke Abhängigkeit von fossilen Energieträgern existiert und die Potentiale der erneuerbaren Energien noch nicht ansatzweise ausgeschöpft sind. Herr Jerome Elliott von der Bahamas Power and Light Company (BLP) ging in seinem lebhaften Vortrag auf die aktuelle Situation in den Bahamas ein und betonte den dort bestehenden Wunsch, die existierenden erneuerbaren Ressourcen (wie Wind-, Sonnen-, Bio- und Meeresenergie) in Zukunft zu stärken und auszubauen. Mit dem „Electricity Act“ von 2015 seien seit kurzem auch offizielle Regulierungen in diese Richtung auf dem Weg, jedoch wäre die Marktdurchdringung erneuerbarer Energien derzeit noch geringer als 1 %, was u.a. auch dem fehlenden Verständnis der neuen Technologien geschuldet sei. Innovative, erprobte Lösungen und umfangreiches Know-How seien daher besonders wichtig für einen neuen Weg, so Elliott.

Die Relevanz von Micro-Grids und einem dezentral angelegten Stromnetz für Puerto Rico wurde von Cathy Kunkel hervorgehoben, welche als Analytikerin beim Institute for Energy Economics und Financial Analysis in den USA tätig ist und per Video-Call an der Veranstaltung teilnahm. Durch den Hurrikan „Maria“ wurden etwa 80 % der Übertragungs- und Verteilungsnetze ernsthaft beschädigt, sodass laut Kunkel nun auch die Regierung einen Wandel in der Energieversorgung verfolgen wolle. Mit der im Mai 2017 angekündigten Insolvenz des stark verschuldeten staatlichen Energieversorgers von Puerto Rico (PREPA) bleibt das weitere Vorgehen hinsichtlich des Wiederaufbaus des Stromnetzes vorerst noch unsicher und die Frage der Finanzierung ebenfalls ganz aktuell.

Für Unternehmen, die in diesem Moment des Umbruchs und Umdenkens eine Chance für den Markteinstieg sehen, bietet die AHK-Geschäftsreise, die vom 26.02.-02.03.2018 zum selben Thema stattfindet, eine geeignete Gelegenheit, um erste wichtige Kontakte zu knüpfen und die Möglichkeiten vor Ort zu eruieren. Weitere Informationen finden sich in Kürze hier.

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