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Algerien & Tunesien - Power-to-X, grüner Wasserstoff und Energiespeicherlösungen entlang des SoutH2-Korridors (PER)

21.09.2026–25.09.2026

Ort: Die Veranstaltung findet in Algier & Tunis statt.

Projekterkundungsreise

Auf in neue Märkte! Die Exportinitiative Energie des BMWE unterstützt deutsche Anbieter klimafreundlicher Energielösungen mit geförderten Projekterkundungsreisen auf ihrem Weg ins Ausland. Wir, die energiewaechter GmbH, sind als Durchführer vom BMWE beauftragt deutsche Unternehmen über das Programm zu informieren und ihre erfolgreiche Teilnahme zu unterstützen und zu begleiten.

Programm

Die Projekterkundungsreise bietet deutschen Unternehmen einen strukturierten Markteinblick sowie gezielte Kontaktmöglichkeiten mit zentralen Akteuren der Wasserstoffwirtschaft in Nordafrika. 

Den Auftakt bildet am 21. September 2026 ein hochrangiges Business Breakfast in Algier mit Entscheidungsträger:innen aus Politik, Energieunternehmen, Finanzinstitutionen und Forschung. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen zu grünem Wasserstoff, Infrastruktur- und Speicherlösungen sowie die gezielte Anbahnung von Partnerschaften. An den folgenden Tagen finden Unternehmensbesuche und vertiefende Gruppengespräche mit führenden algerischen Energie- und Infrastrukturunternehmen statt, darunter Sonatrach, Sonelgaz und Cosider Canalisation. Gespräche für eine mögliche Konsortialbildung und gemeinsamen Projektentwicklung runden das Programm ab, bevor die Weiterreise nach Tunis erfolgt.

In Tunis wird das Programm mit einem weiteren Business Breakfast am 23.09.2026 fortgesetzt. Ergänzend stehen Gruppentermine mit relevanten Marktakteuren im Mittelpunkt. Ein abschließender Workshop dient dazu, die im Rahmen der Woche gewonnenen Erkenntnisse strukturiert aufzubereiten und ein gemeinsames Resümee zu ziehen. Darauf aufbauend werden mögliche Lösungsansätze skizziert sowie Potenziale für eine Konsortialbildung ausgelotet, insbesondere im Hinblick darauf, wie deutsche Produkte und Dienstleistungen zu den identifizierten Projektopportunitäten beitragen können. 

Algeriens und Tunesiens Wasserstoffstrategie bieten deutschen Unternehmen attraktive Marktchancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Fokus liegt zunächst auf industriellen Anwendungen wie Chemie, Zement und Stahl sowie auf der Speicherung erneuerbarer Energien. 

Anmeldeschluss: 13.07.2026

Zielgruppe deutsche Unternehmen

Unternehmen, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben, sind herzlich zu dieser Projekterkundungsreise eingeladen. Insbesondere Produkte, Technologien und Dienstleistungen aus folgenden Bereichen sind für den Zielmarkt relevant:

  • Wasserstoffproduktion & Elektrolyse: Lieferung, Installation und Wartung von PEM- und alkalischen Elektrolyseuren, Integration erneuerbarer Energien mit Speicherung sowie Wasseraufbereitung und Entsalzungslösungen für wasserarme Regionen 
  • Infrastruktur & Transport: Planung, Engineering und Umsetzung von Wasserstoff- und Derivate-Transportinfrastrukturen, Entwicklung von Exportkorridoren (z. B. SoutH2 Corridor) sowie Lieferung von Kompressoren, Pumpen, Speicher- und Verladetechnik 
  • Industrielle Nutzung: Dekarbonisierung der Chemie-, Düngemittel- und Phosphatindustrie, Retrofit bestehender Stahl- und Metallanlagen sowie Herstellung von grünem Ammoniak und weiteren Power-to-X-Produkten 
  • Energieversorgung & Speicherung: H-Brennstoffzellen für netzferne Industrie und Off-Grid-Anwendungen, hybride Lösungen aus Photovoltaik, Windenergie und Wasserstoffspeicherung sowie Langzeitspeicher zur Netzstabilisierung. 
  • Beratung & Zertifizierung: Machbarkeits- und Pre-Feasibility-Studien, Engineering- und Projektbegleitung von Pilot- und Demonstrationsprojekten, Zertifizierung von Wasserstoff und Derivaten für europäische Märkte 

Zielmarkt

Algerien zählt zu den weltweit bedeutendsten Exporteuren von Erdöl und Erdgas und spielt eine zentrale Rolle in der globalen Energieversorgung. Der Energiesektor generiert über 90 % der Exporterlöse und rund 40 % der Staatseinnahmen. 2024 war das Land nach Norwegen zweitgrößter Gaslieferant der EU und hat Nigeria als größten afrikanischen LNG-Exporteur über-holt. Gleichzeitig steigt die Inlandsnachfrage stetig und beansprucht inzwischen mehr als 30 % der Produktion, was die langfristige Versorgungssicherheit unter Druck setzt. 

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie sowie der Preisvolatilität infolge des Russland-Ukraine-Krieges verfolgt die Regierung daher eine Transformationsstrategie mit Fokus auf Energieeffizienz, den Ausbau erneuerbarer Energien insbesondere Solarenergie mit 15 GW bis 2035 und die Diversifizierung des Energiemixes. Ein zentrales Element dieser Neuausrichtung ist die 2023 verabschiedete nationale Wasserstoffstrategie, die bis 2030 Elektrolysekapazitäten von 2,5 GW und bis 2040 von 7 GW vorsieht, verbunden mit einer jährlichen Produktion von bis zu 40 TWh grünem Wasserstoff. Damit positioniert sich Algerien schrittweise als zukünftiger Anbieter klimaneutraler Energieträger für Europa.  

Parallel dazu verfolgt auch Tunesien eine ambitionierte Wasserstoffstrategie und strebt eine strategische Rolle im entstehenden Mittelmeer-Wasserstoffraum an. Die Integration erneuerbarer Energien, die industrielle Nutzung sowie der Export nach Europa – insbesondere über den Southern H2 Korridor stehen im Mittel-punkt. Bis 2050 sollen rund 8,3 Mio. t grüner Wasserstoff produziert werden, davon 6 Mio. t für den Export. Bereits bis 2030 ist eine Produktionsmenge von etwa 320.000 t jährlich vorgesehen. Voraussetzung hierfür ist ein massiver Ausbau erneuerbarer Energiekapazitäten auf bis zu 100 GW.  

Die tunesische nationale Wasserstoffstrategie fördert gezielt Produktion und Export und wird durch internationale Partnerschaften mit Deutschland und der EU unterstützt. Ende Mai 2024 wurde die Strategie offiziell veröffentlicht; bereits in einer frühen Phase wurden acht Absichtserklärungen (MoUs) mit internationalen Akteuren, darunter auch deutschen Projektentwicklern, unterzeichnet. Diese Partner prüfen konkrete Investitions- und Exportoptionen, unter anderem über bestehende und geplante Pipelineverbindungen nach Europa.  

Beide Länder setzen dabei nicht nur auf die reine Wasserstoffproduktion, sondern auch auf Derivate wie grünes Ammoniak sowie auf Power-to-X-Technologien. Angesichts des hohen Wasserstresses spielt in Tunesien zudem die Meerwasserentsalzung eine zentrale Rolle zur Absicherung der Elektrolyse. Durch Pilotprojekte, Infrastrukturvorhaben und die perspektivische Einbindung in transmediterrane Korridore wie den SoutH2-Korridor entstehen neue Kooperationsfelder mit europäischen und insbesondere deutschen Industriepartnern. Insgesamt entwickeln sich Algerien und Tunesien damit zunehmend komplementär zu strategischen Partnern einer zukünftigen, klimaneutralen Energieversorgung Europas. 

Ihre Ansprechpartnerin

Alexandra Hein
Consultant

E-Mail: ah@energiewaechter.de
Tel.: +49 (0)30 7974441-20
Mobil: +49 (0) 160 2594649

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